Erzabbau im Bergischen
Heute erinnert eine Seilscheibe an der Kreuzung in Moitzfeld an die Bergbauvergangenheit der Region. Die Scheibe hatte sich bis Ende der 30er Jahre auf dem Förderturm des Zentralschachtes gedreht. Abgebaut wurden hier Zinkerze im so genannten Firstenbau. Dazu trieb man direkt in der Lagerstätte eine Abbaustrecke, die anschließend von unten nach oben mit Abfallgestein wieder verfüllt wurde. Unmittelbar darüber baute man die nächste Erzscheibe ab. Der Abbaubereich wanderte so langsam von unten nach oben. Das gewonnene Erz wurde über kleine Schächte zur tiefer liegenden Förderstrecke abgestürzt, dort verladen und über Tage gebracht.

Die Aufbereitung der so gewonnenen Erze passierte direkt auf dem Grubengelände. Das reine Erz wurde aussortiert, das restliche Fördergut zerkleinert und anschließend weiter sortiert. Die Reste, die sogenannten "Abgänge", enthielten nur noch 3 Prozent Erz. Sie wurden auf die Abraumhalden gekippt otder in Klärteiche geleitet. Zur Verbesserung der Ausbeute setzte man seit 1924 auf die Flotation (Schwimmaufbereitung). 

Für die Arbeiter baute man 1925 in Moitzfeld (Am Erlenhof / Barbarastraße) eine eigene Bergarbeitersiedlung. Aus Mangel an Arbeitskräften wurden ein Jahr später sogar Busse eingesetzt, um Menschen aus dem Raum Much nach Moitzfeld zu fahren.

Zink ist ein wichtiger Rohstoff, der heute zum Beispiel für den Schutz von Autokaroserien eingesetzt wird. Dachrinnen und Dachabdeckungen sind ein weiteres typisches Einsatzgebiet von Zink.
Der Star in der Grube Weiß:
Die Gelbbauchunke

In den Teichen der Grube Weiß leben seltene Amphibien: Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten. Asphalt, Beton und die Kanalisierung von Gewässern beraubt die Arten ihrer Kinderstube, den flachen Gewässern, die sich schnell erwärmen. In der Grube Weiß ist das Rufen der Kröten, ein helles "Bing" noch häufig zu hören. Noch häufiger und lauter sind die zahlreichen Wasserfrösche, die sich mit ihnen den Lebensraum teilen. Die hohen Schwebstoffanteile in den ehemaligen Absetzteichen verhindern große Fischpopulationen, so dass Amphibien und Reptilien wie Ringelnattern, Blindschleichen und Eidechsen das Refugium für sich haben. Dafür kommt der Graureiher häufiger zu Besuch und hofft auf unvorsichtige Frösche.

Zahlreiche Vogelarten nutzen die guten Brutmöglichkeiten auf der Grube Weiß. Auch Flussregenpfeifer und Fluss-Seeschwalbe ziehen hier ihre Jungen auf.

Ziegen als städtische Arbeiter


Die Landschaftspflege in der Grube Weiß dient in erster Linie dem Erhalt der Populationen von Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten. Dazu müssen sogenannte Offenlandbiotope geschaffen und erhalten werden: Klein- und Kleinstgewässer, artenreiche Wiesenflächen, Hangschuttflure, einige Waldflächen und Glatthaferwiesen.

Um eine Verbuschung zu verhindern, darf in der Grube Weiß eine zwanzigköpfige Ziegenherde (fast) frei walten ... und kauen. Sie verbeißen Strauchwerk und Gebüsch und halten so die Vegetation niedrig.

Auf den Wildblumen- und Glatthaferwiesen fühlen sich viele Insekten wohl. Die blütenreichen Wiesen locken Tagfalter wie den Rostfarbenen Dickkopf, der auf den Nektar der Blumen angewiesen ist. Die Raupen einiger Arten sind auf bestimmte Nahrungspflanzen spezialisiert. Der Hauhechelbläuling favorisiert z. B. Schmetterlingsblütler, die Raupen des Schwalbenschwanzes Doldenblütler. 
 
Hier finden Sie weiterführende Informationen rund um die Grube Weiß.
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