Architektonisch hat das Bergische Land einiges zu bieten. Moderne Bauten und alte Gemäuer zeichnen auch die historische Entwicklung der Region nach.
Der Altenberger Dom beherbergt das größte Kirchefenster nördlich der Alpen

Am westlichen Rand des Bergischen Landes, gelegen in der Gemeinde Odenthal, thront der Altenberger Dom. Das imposante Gebäude ist Teil einer 1133 gegründeten Zisterzienser-Abtei.
Altenberger Dom Graf Adolf IV. von Berg legte am 3. März 1259 den Grundstein für den "Bergischen Dom". Die Kirche ist im gotischen Stil errichtet. Als Baumaterial wurde Drachenfelser Trachyt und Tuffstein verwendet. Die um 1400 entstandene Verglasung des Westfensters stellt das himmlische Jerusalem dar. Zudem ist es das größte Kirchenfenster nördlich der Alpen. Bei aller Großartigkeit sind Zisterzienser-Kirchen schlicht, wie es die Regeln des Reform-Ordens verlangen. So wird auf eine reiche Bauzier in Kapitellen und Ornamenten verzichtet.
Altenberger Dom Innenansicht Die Glocken hängen nicht in einem Turm, sondern in einem bescheidenen Dachreiter. Erst im Jahr 2005 ist das Fenster nach jahrelanger Restaurierung wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückgekehrt. Vor Witterungseinflüssen soll es eine Schutzverglasung bewahren.

1994 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem eindrucksvollen Gotteshaus, die 2005 beendet wurden. Eindringendes Wasser hat dem Gebäude im Laufe der Jahrhunderte schwer zu schaffen gemacht. Nachdem 1803 das Kloster mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aufgelöst wurde, verfiel der Bau in wenigen Jahrzehnten zusehends.
Bei  der Restaurierung  wurden die Wasserableitungen der Dächer erneuert. Durch die Last des Daches und den Schub der Gewölbe neigten sich die Mauern des Gebäudes schon bedenklich nach außen, so dass Zugeisen eingebaut werden mussten. Diese stabilisieren die Mauern im oberen Teil und entlasten die äußeren Streben.

Altenberg hat sich in der jüngeren Vergangenheit als ein Zentrum für geistliche Musik etabliert. Über hundert Konzerte finden jedes Jahr im Dom statt.

Von der langen Geschichte des Klosters, der Herzöge und Grafen des bergischen Adelsgeschlechts zeugen auch zahlreiche Hochgräber und Grabplatten der weltlichen und geistlichen Fürsten im Innern der Kirche.

Auf den Mauern des alten Klosters wurde im Jahre 1922 das Haus Altenberg als ein Zentrum für die katholische Jugend ins Leben gerufen. Heute fungiert der Verein „Jugendbildungsstätte Haus Altenberg e.V.“ als Träger. Haus Altenberg bietet eine Vielzahl von Kursen in eigener Verantwortung an. Zudem wird jedes Jahr das „Altenberger Licht“ als eine Stafette des Friedens ausgesandt.

Auch Ökumene spielt sowohl in der Evangelischen als auch in der Katholischen Kirchengemeinde Altenberg eine große Rolle. Im Jahr 1847 wurde der Wiederaufbau des Doms abgeschlossen. Hierfür hatte Friedrich Wilhelm III. das Geld gegeben, unter der Bedingung, "dass die Kirche zum Simultangebrauch auch für das Bedürfnis der in der Umgegend wohnenden Evangelischen gewidmet werde". Als sich die kirchlichen Partner auch nach neun Jahren über die Nutzung des Domes nicht einigen konnten, sprach Friedrich Wilhelm IV. schließelich ein "Machtwort". Im Jahr 1857 wurden im Dom wieder die ersten Gottesdienste von Katholiken und Protestanten gefeiert. Heutzutage finden im Altenberger Dom regelmäßig katholische, evangelische und ökumenische Gottesdienste statt, die auf regen Zuspruch stoßen.

Wer den Dom und seine Geschichte unter "professioneller" Anleitung entdecken will, sollte sich einer Führung anschließen.
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