Streckenbeschreibung
Eine detaillierte Wegbeschreibung finden Sie hier.
Länge: ca. 9 Kilometer 
Dauer: ca. 2 Std. 30 Min
Profil: mehrere Steigungs- und Gefällstrecken, vorwiegend gut befestigte Wege
Anfahrt: Mit dem Auto von Köln über die A3 Richtung Frankfurt. Abfahrt Rösrath, links nach Rösrath, in Ortsmitte rechts Richtung Wipperfürth. Straße bis nach Hoffnungsthal folgen. Hinter Eisenbahnunterführung erste Straße rechts. Nach 300 m scharf rechts zum Parkplatz am Bahnhof Hoffnungsthal. Mit der Regionalbahn 25 vom Kölner Hauptbahnhof halbstündlich Richtung Overath/Marienheide.
Karte: Bergisch Gladbach, Odenthal, Königsforst im Naturpark Bergisches Land (Wanderkarte NRW Nr. 3), 1:25000, 5. Auflage 2003
Führungen im Bunker Hoffnungsthal, Rotdornallee, Rösrath-Hoffnungsthal, für Gruppen nach Vereinbarung, durch den Geschichtsverein Rösrath, Tel.: 02205 84636.
Einkehrmöglichkeiten: Café-Bistro im ehemaligen Maschinenhaus „Golf & Sport 2000“ (halbe Wegstrecke), diverse Lokalitäten im Ortskern von Hoffnungsthal (Ziel)



Texte: Guido Wagner, Kölnische Rundschau/Bergische Landeszeitung/Oberbergische Volkszeitung; diese und weitere Wandertipps finden sich auch in bisher zwei unter dem Titel "Wandertag" herausgegebenen Schobern des Verlages J. P. Bachem, Köln.
Zwischen Bunker und Bergwerk

Auf den Spuren von Erzabbau, Weltkrieg und Golfsport bei Hoffnungsthal

Das Erz vom sagenumwobenen Lüderich prägte das Leben im Rösrather Stadtteil Hoffnungsthal Jahrhunderte lang, gab dem Ort einst sogar den Namen. 1775 gründete der Unternehmer Philipp Boullé hier im Sülztal ein Hammerwerk zur Eisenverarbeitung, was dem Ort im „Tal der Hoffnung“ später den optimistischen Namen „Hoffnungsthal“ einbrachte.

Den Spuren des Bergbaus, an den heute freilich nur noch wenig erinnert, folgt die heutige Wanderung. Vom Ausgangspunkt am Bahnhof Hoffnungsthal erreichen wir nach einigen Gehminuten einen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der 1943 ursprünglich für die Arbeiter des nahen Stahlwerks errichtet wurde. Vor einigen Jahren machte der Geschichtsverein Rösrath den Bunker wieder begehbar, zeigt im Inneren historische Bilder und erinnert an die zivilen Opfer des Bombenkriegs.

Aus den Tiefen des 30 Meter in den Berg reichenden Bunkers führt die Wanderung hinauf auf den Lüderich, wo bis 1978 Bergbau betrieben wurde. Noch heute zeugt davon der Förderturm des Franziskaschachtes, den der Geschichtsverein als Industriedenkmal erhalten hat. Bis auf eine Tiefe von 232 Metern führte der 1892 von der belgischen Gesellschaft „Vieille Montagne“ abgeteufte Schacht einst hinab. Fast 90 Jahre wurden durch den Schacht, der zur Grube Lüderich gehörte, vor allem Zinkerze gefördert.

Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus bauten römische Legionäre auf dem Berg Bleierz und Silber für das römische Köln ab. Ihre Schächte und Verhüttungsanlagen machten Archäologen des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum vor einigen Jahren unweit des Franziskaschachts ausfindig.

Durch Wälder und Wiesen führt die Wanderung zum Gelände des ehemaligen Hauptschachts der Grube Lüderich. Auf den einstigen Abraumhalden befindet sich heute ein Golfplatz. Von dem großen Kreuz, das der Schutzpatronin der Bergleute, der heiligen Barbara, gewidmet ist, bietet sich ein reizvoller Fernblick in das Sülztal, das nicht weit von hier von der Autobahn 4 durchschnitten wird. Zur Einkehr lädt das Bistro im ehemaligen Maschinenhaus des Hauptschachts ein, aus dem am 27. Oktober 1978 die letzte Tonne Erz gefördert wurde.

Über die Bergkuppe des dicht bewaldeten Lüderichs, auf der Archäologen in den 1950er Jahren einen früheisenzeitlichen Ringwall entdeckten, führt der Weg ins Rothenbacher Tal hinab, vorbei am Stollenausgang des Franziskaschachts und ehemaligen Bergwerksgebäuden auf der linken Seite. Eine der Sagen rund um den Lüderich erklärt die rote Färbung des Bachs damit, dass er durch das Blut der Bergleute eingefärbt werde, die einst beim Einsturz eines von Heiden betriebenen Bergwerks ums Leben kamen.

Dort, wo der Rothenbacher Weg auf die Landstraße stößt, ist rechts noch die stattliche Villa eines der letzten Bergwerksdirektoren vom Lüderich zu sehen. Links liegt das Anwesen der Familie Reusch, die bis vor wenigen Jahren den heute brach liegenden Nachfolgebetrieb von Philipp Boullé auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße betrieb.
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